An Ort und Stelle.

Fakten:

An Ort und Stelle.
Fotografie des Gegenwärtigen

2019 – 2020

Kann es Fotografien geben, die Orte abbilden?
Angesichts der täglich verfügbaren Flut touristischer, werbender und dokumentarischer Bilder, die Gegenden oder Umgebungen zeigen, erscheint diese Frage zunächst überflüssig. Erst bei genauerer Betrachtung erweist sich die Distanz zwischen der visuellen Erfahrbarkeit von Orten und Stellen in Außen- oder Innenräumen und den davon generierten Medienbildern. In der Ausstellung „An Ort und Stelle. Fotografie des Gegenwärtigen“ im Kunstmuseum Reutlingen / konkret wird sie zum Thema: Wie kann künstlerische Fotografie die Kluft zwischen raumbezogener Realität und fotografischem Bild beschreiben und das Gegenwärtige zum Zeitpunkt der indexikalischen Aufnahme sichtbar machen? Gerade wegen der heutigen Omnipräsenz digitaler und virtueller Bildwelten scheint die Antwort darauf wieder zunehmend im Bereich der aus dem analogen Zeitalter bekannten Aufnahmetechniken zu liegen.

Mit ortsspezifischen Konzepten und über Bild- oder Zeitausschnitt, selektiven Schärfebereich, Licht- und Farbregie et cetera kann künstlerische Fotografie das Gesehene formalisieren und Gegenwärtigkeit erscheinen lassen – umso mehr, wenn sie dabei gleichermaßen die renitente Wirklichkeit an Ort und Stelle behauptet wie die Brüchigkeit und Subjektivität ihrer eigenen Konstruktion. Die Ausstellung An Ort und Stelle. Fotografie des Gegenwärtigen kombiniert fotografische Neuproduktionen und Leihgaben mit dem wohl größten Werk aus der Sammlung des Kunstmuseums Reutlingen / konkret, nämlich der variablen Installation Round-About (2010) von Nikolaus Koliusis. Sie besteht aus 24 flachen, raumspiegelnden Scheiben aus poliertem Edelstahl mit jeweils 145 cm Durchmesser, die über die gesamte Ausstellungsfläche von rund 1.000 qm Fläche verteilt auf dem Boden liegen und je nach Tageszeit und Bewölkung Sonnenlicht durch den Raum schicken. Für die Besucher*innen reflektieren die Kreise je nach Betrachtungswinkel unterschiedliche Aspekte der umgebenden Architektur und der dort präsentierten fotografischen Einzelwerke und Serien. Somit entwickelt sich die Ausstellung beim Rundgang sowohl in der Vertikalen, als auch in der Horizontalen, während die darin gezeigten Bilder erscheinen und verschwinden.

Kurator: Holger Kube Ventura

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. unten



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An Ort und Stelle.
Fotografie des Gegenwärtigen

2019 – 2020

Kann es Fotografien geben, die Orte abbilden?
Angesichts der täglich verfügbaren Flut touristischer, werbender und dokumentarischer Bilder, die Gegenden oder Umgebungen zeigen, erscheint diese Frage zunächst überflüssig. Erst bei genauerer Betrachtung erweist sich die Distanz zwischen der visuellen Erfahrbarkeit von Orten und Stellen in Außen- oder Innenräumen und den davon generierten Medienbildern. In der Ausstellung „An Ort und Stelle. Fotografie des Gegenwärtigen“ im Kunstmuseum Reutlingen / konkret wird sie zum Thema: Wie kann künstlerische Fotografie die Kluft zwischen raumbezogener Realität und fotografischem Bild beschreiben und das Gegenwärtige zum Zeitpunkt der indexikalischen Aufnahme sichtbar machen? Gerade wegen der heutigen Omnipräsenz digitaler und virtueller Bildwelten scheint die Antwort darauf wieder zunehmend im Bereich der aus dem analogen Zeitalter bekannten Aufnahmetechniken zu liegen.

Mit ortsspezifischen Konzepten und über Bild- oder Zeitausschnitt, selektiven Schärfebereich, Licht- und Farbregie et cetera kann künstlerische Fotografie das Gesehene formalisieren und Gegenwärtigkeit erscheinen lassen – umso mehr, wenn sie dabei gleichermaßen die renitente Wirklichkeit an Ort und Stelle behauptet wie die Brüchigkeit und Subjektivität ihrer eigenen Konstruktion. Die Ausstellung An Ort und Stelle. Fotografie des Gegenwärtigen kombiniert fotografische Neuproduktionen und Leihgaben mit dem wohl größten Werk aus der Sammlung des Kunstmuseums Reutlingen / konkret, nämlich der variablen Installation Round-About (2010) von Nikolaus Koliusis. Sie besteht aus 24 flachen, raumspiegelnden Scheiben aus poliertem Edelstahl mit jeweils 145 cm Durchmesser, die über die gesamte Ausstellungsfläche von rund 1.000 qm Fläche verteilt auf dem Boden liegen und je nach Tageszeit und Bewölkung Sonnenlicht durch den Raum schicken. Für die Besucher*innen reflektieren die Kreise je nach Betrachtungswinkel unterschiedliche Aspekte der umgebenden Architektur und der dort präsentierten fotografischen Einzelwerke und Serien. Somit entwickelt sich die Ausstellung beim Rundgang sowohl in der Vertikalen, als auch in der Horizontalen, während die darin gezeigten Bilder erscheinen und verschwinden.

Kurator: Holger Kube Ventura

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.